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Die Deutsche Welle verbreitet Irreführende Mortalitätsstatistik

Am 4. Dezember:2017 meldete die Deutsche Welle: „Jeder vierte Mensch stirbt durch Umweltverschmutzung“. Diese Statistik kommt vor allem durch eine sehr weite Definition von „Tod durch Umweltverschmutzung“ zustande. Laut Weltgesundheitsorganisation, auf die sich die Deutsche Welle beruft, zählen zu den insgesamt 13 Millionen Umwelttoten jährlich auch mehrere Millionen Selbstmörder, Opfer von Gewaltverbrechen und Verkehrsunfällen oder Menschen, die im Haushalt von der Leiter fallen.

Davon unabhängig ist aber auch die von der Deutschen Welle verwendete Interpretation als Maß des Risikos statistisch nicht zu halten. Denn jeder Mensch stirbt irgendwann an irgendwas. Je besser die medizinische Versorgung und die Umweltqualität, desto mehr Menschen sterben an Krebs. Und damit ist die Zahl der an einer bestimmten Ursache verstorbenen Menschen kein seriöser Indikator für die dadurch drohende Gefahr.

Fachleute benutzen seit Langem andere Maße wie etwa die verlorenen Lebensjahre (zuweilen auch „qualitätsadjustiert“): Wie viele Jahre etwa würden wir länger leben, wenn es keinen Feinstaub, keine Kohlekraftwerke oder keine chemischen Düngemittel gäbe? Und das dann verglichen mit den verlorenen Lebensjahren durch Berufsstress oder den Straßenverkehr. Die Antwort auf solche Fragen liefert die statistische Theorie der konkurrierenden Risiken. Diese zieht die unangenehme Wahrheit in Betracht, dass bei Wegfall eines Risikos die Wahrscheinlichkeit für alle anderen ganz automatisch steigt. So wäre etwa bei einer totalen Elimination der Todesursache Krebs mit einem Anstieg der Lebenserwartung von weniger als drei Jahren und einer dramatischen Explosion der Zahl von Alzheimer-Patienten zu rechnen.

Für Menschen in entwickelten Industrienationen sind die größten bekannten Lebenszeitverkürzer derzeit das Rauchen (immer noch), Bewegungsmangel, Übergewicht und übermäßiger Alkoholgenuss. Den dadurch verlorenen Lebensjahren wären dann, zur Einschätzung des Risikos, die Verluste durch Umweltschäden gegenüberzustellen. Diese scheinen seit Jahrzehnten abzunehmen; in Deutschland ist die Lebenserwartung seit 1970 um mehrere Jahre angestiegen. Eine weniger an die Gefühle und mehr an den Verstand appellierende Berichterstattung sollte generell auf das alleinige Melden von Todesfällen verzichten; diese werden der wahren Problematik nicht gerecht. Aber das haben ja ARD und ZDF auch gar nicht vor.

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